Trekking auf Malta und der Insel Gozo

Eine kurze Reise in eine sehr lange Vergangenheit

Maltas Beliebtheit als Reiseziel ist leicht erklärt. Das milde Klima der bezaubernden Inselrepublik im Mittelmeer wird vom nahen Nordafrika geprägt. Auf engstem Raum liegt hier eine wunderbare Mischung aus traditioneller Lebensart und alter, wechselhafter Kulturgeschichte beisammen. Abwechslungsreich zeigt sich auch das breite Wegesystem an Wanderrouten, die gleich jedes Entdeckerherz höher schlagen lassen. Auch Klaus Herzmann ist dem Charme Maltas erlegen.

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Text/Bilder: Klaus Herzmann

Wer seinen Rucksack schnürt und zum ersten Mal nach Malta auricht, wird sich auf so manche Überraschung einstellen müssen. Karg, trocken und unwirtlich zeigt sich das Archipel beim Landeanflug auf die Hauptstadt Valletta. Man gewinnt den Eindruck, dass dem Schöpfer ein Fels auf dem Weg von Afrika nach Europa aus den Fingern geglitten ist und ins Meer geplumpst sein mag. Eine schroffe Küste stürzt senkrecht hinab, kein Baum bietet dem Auge Halt, man stöbert nach Grün – vergebens.

Was hat hier Odysseus wohl sieben Jahre lang festgehalten? Was haben sie hier alle gewollt: Römer, Sarazenen, Türken, Franzosen, Johanniter und die Engländern – um nur ein paar wenige zu nennen. Einladend war wohl vor allem die strategisch günstige Lage der Schifffahrtswege. Dabei ist Malta wirklich kein Riese. Der maltesische Archipel umfasst gerade einmal 316 Quadratkilometer, wobei sich die Hauptinsel über 27 km auf 15 km erstreckt. Davor liegen die Eilande Gozo, Comino, Filfla, Cominotto, St. Paul’s Islands und Fungus Rock, wobei die letzten vier unbewohnt bleiben. Es ist ein karges, aber schönes Land. Ein Schmelztiegel der Kulturen, der in jenem sattgelben Kalkton erstrahlt, der hier allerorts so hoffnungsvoll zum Trekking einlädt.

Valletta verzaubert

Allgegenwärtig sind die wuchtigen, großartigen Festungsmauern, die Maltas Schicksal seit dem Mittelalter symbolisieren. Im Jahre 1530 erschienen die Schiffe des letzten Ritterordens aus der Zeit der Kreuzzüge im Grand Harbour, dem heutigen Valletta. Die Edelleute des Hl. Johannes – die späteren Malteser und Johanniter – verteidigten 1565 die Insel gegen die Belagerung der Türken und bauten in den nächsten Jahrhunderten das Land zu einem Bollwerk aus, das in Europa seinesgleichen sucht. Und heute? Da beschreibt sich die Hauptstadt Maltas als gelungene Mischung aus Geschichtslehrpfad, Ein-kaufsmeile und Regierungsviertel. Barock, Renaissance und Klassizismus zeigen sich in grandiosen Bauwerken von ungeahntem Formenreichtum. Wuchtig stehen die turmhohen Mauern gegen das funkelnde Meer.

Eine dichte, wogende Menschenmenge schiebt sich durch die einladenden Gassen zum Upper Barrakka Gardens. Was für ein überwältigender Panoramablick! Zu unseren Füßen liegt nun der Grand Harbour mit seinen auf schmalen Landzungen errichteten »Drei Städten«. Touristisches Vergnügen bietet alltäglich die »Saluting Battery«, die immer um 12 Uhr die Kanonen donnern lässt. Eine der unzähligen Vermächtnisse des englischen Empire, das von 1800 bis 1964 Malta als seine Kronkolonie einverleibte.

Valletta ist aber auch die Stadt der Museen, der Kirchen und Kathedralen. Highlight von herausragender Schönheit ist die St. John’s Co-Cathedral an der Pjazza San Gwann. Von außen eher schlicht und unscheinbar, eröffnet sich hingegen im Inneren eine barocke Pracht, die erst einmal sprachlos macht. Die kunstvollen Verzierungen schuf der Künstler Mattia Preti ab 1661. Im Tonnengewölbe erblicken wir Szenen des Hl. Johannes des Täufers, an den Wandflächen Rüstungen, Tiere und Waffen. Dazwischen immer wieder das achtspitzige Malteserkreuz, das Wappenzeichen des Ordens. Wer bei den Johannitern Rang und Namen hatte, wollte hier begraben werden. Unter den kunstvoll gestalteten Grabplatten ruhen ca. 400 Ritter, in den Seitenkapellen die Großmeister.

Wieder zurück auf der Republic Street, besuchen wir das Archäologische Museum mit der »Schlafenden Lady«, schlendern an Cafés vorbei, sitzen auf barocken Stufen und genießen das internationale Treiben. Insgeheim freuen wir uns nun darauf, die Wanderschuhe zu schnüren und echte maltesische Natur zu erleben.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2016.

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