Lechtaler Höhenweg

Wildes Bergspektakel zwischen Inntal und St. Anton

Den anspruchsvollen hochalpinen Steig in den Lechtaler Alpen hat sich Christian Schneeweiß vorgenommen und war fasziniert von der Schönheit der Landschaft.

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Text: Christian Schneeweiß / Bilder: Bernd Ritschel

Aufstieg ins Unbekannte

»Von der Ansbacher Hütte zum Kaiserjochhaus wollen Sie gehen? Da sind schon manche in Not geraten, und gerade erfahrene Bergsteiger. Weil man im felsigen Gelände den Weg nicht sieht: Bei Nebel setzen Sie sich am besten hin, wo Sie sind und warten, bis er sich lichtet. Die Markierungen und Wegweiser sind aber inzwischen viel besser geworden«, klärt mich in Flirsch eine ältere Frau über diesen Abschnitt des Lechtaler Höhenwegs auf. Und dass der Aufstieg von hier sehr steil sei – wie sich im Bergwald mit seinen von wenigen Serpentinen unterbrochenen, schnurgeraden Aufstiegsrampen inklusive lichter Querung unter niedrige Felsriegel zeigt.

Hinterm Stabl quert der Pfad endlich flacher, aber etwas ausgesetzt hoch über der Schlucht des Griesbachs zu einem breiten Almrücken mit blühendem Heidekraut, neben dem der schartige Grat der Blankaspitze aufragt. Gegenüber wächst aus grüner Gamswiesenflanke der von Rinnen durchschnittene, rötliche Griesmuttekopf (2.803) neben dem zerklüfteten Felspfeiler der Eisenspitze (2.859 m) auf. An zwei grauen, morbiden Holzställen und einem kapitalen Schafbock mit doppelt gedrehten Hörnern vorbei, führt der Pfad steil hinauf zur längst sichtbaren Ansberger Hütte.

Dort schaut ein fuchsgroßer Hase mit Löffelohren in Überlänge dem jungen, schweigsamen Wirt beim Holzhacken zu und hoppelt zwischen den Bänken der Sonnenterrasse herum, wo eine Gruppe holländischer Trekker im Angesicht des weiten Bergpanoramas Bier und Apfelstrudel inhaliert.

Südlich gegenüber dem Bergsporn der Hütte schießt aus der schroffen Verwallgruppe die schwarze Urgesteinsspitze des Hohen Rifflers (3.168 m) dekorativ zwischen seinen zwei neuschneeweißen Gletschern aus dem Stanzertal in wabernde Wolken. Und hinterm Haus zieht ein viel begangener Grat zur Samspitze (2.624 m) auf, dem »Hausberg« der Ansbacher Hütte.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2016.

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