Der Donauberglandweg

Wellengang auf der Schwäbischen Alb

Einem Tanz über die Erhebung des Donauberglands gleicht der gleichnamige Wanderweg über vier Etappen von Gosheim bis Beuron. Auf der überschaubaren Weitwanderung mit rund 60 km Länge inklusive Zustiegen kann man perfekt die Seele baumeln lassen und entschleunigen. Die atemberaubenden Natureindrücke und die verschiedensten Landschaftsbilder tragen ideal dazu bei, an einem verlängerten Wochenende eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Silke Rommel und Thomas Rathay haben es ausprobiert und waren im Spätsommer auf der 2007 erstmalig zertifizierten Route über die Schwäbische Alb unterwegs.

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Text: Silke Rommel / Bilder: Thomas Rathay

Der Donauberglandweg beginnt in Gosheim und von der Bushaltestelle starten wir die wenigen hundert Meter entlang der Straße in Richtung Wanderparkplatz. Dort laufen wir uns gleich richtig warm, denn der erste von insgesamt vier Tausendern, der Lemberg (1.012 m) ruft. Den erreichen wir dann auch nach einem Kilometer Aufstieg durch den schattigen Wald schon gut angeschwitzt. 148 Stufen führen auf den 33 Meter hohen Aussichtsturm, dem höchsten Aussichtspunkt zwischen Schwarzwald und Harz.

Das Aussichtstableau kündigt eine spektakuläre Fernsicht zur Zugspitze, in die Appenzeller und Berner Alpen an, die man hier an klaren Wintertagen genießen kann. Auch wenn unsere Sicht nicht so weit reicht, beeindruckt uns der hohe Aufzugstestturm bei Rottweil und der Blick zum Klippeneck, das wir später erreichen werden. Unterhalb des Turms lädt ein großes Picknick-Areal zu einem ersten kleinen Päusle ein, wie die Schwaben sagen.

Wir wandern weiter über den Lembergsattel, hier treffen wir auf den Donau-Zollernalb-Weg, den zweiten Weitwanderweg, der durch das Donaubergland führt und das identische Wandersymbol trägt. Über die Wunderfichte gelangen wir auf einem breiten Schotterweg zur Bürglekapelle mit einer kleinen Grotte und schönen Rastbänken. Von der Bank direkt an der Kapelle schauen wir auf den gegenüberliegenden Bergrücken, und die zahlreichen Segelflugzeuge, die ihn umkreisen, kündigen schon den Segelflugplatz auf dem Klippeneck an. Dann geht es über den Kreuzweg hinunter nach Wehingen, dem tiefsten Punkt der heutigen Strecke.

Die Sache mit dem »Knieschnäpperle«

Die Narrenfiguren auf dem gleichnamigen Wehinger Brunnen im Ortskern grinsen um die Wette und die Ausschilderung am Rathaus macht neugierig auf das »Knieschnäpperle« in einem Kilometer. Was sich wohl dahinter verbirgt? Als Schwäbin habe ich da zwar so einige Ideen, aber ich bin gespannt! Den Berg hinauf kommen wir über einen Wiesenweg an den Überresten eines alten Schlepplifts vorbei. Ob der wohl früher bei ungeschickten Skifahrern das Knie zum Schnappen brachte und somit den Beinamen hat? Aber nachdem wir kurze Zeit später auf eine Wegmarkierung mit dem Namen »Knieschnäpperle« stoßen, liegen wir mit dieser Vermutung wohl daneben. »Als Knieschnäpperle bezeichnet man steile Anstiege, bei denen es dem Wanderer beim Hinuntergehen sozusagen ins Knie ‘fährt’«, erklärt uns am nächsten Abend unser Herbergsvater Siegfried Radzuweit in Mühlheim.

Nach einem weiteren Forstwegabschnitt geht es dann auf einem sehr schmalen, wurzeligen Pfad steil den Berg hinauf. Oben angekommen, fühlen wir uns wie nach einem Saunagang mit Aufguss. Wir marschieren über eine Hochfläche und knacken wenig später den zweiten Tausender, den Aussichtspunkt Kehlen/Weißes Kreuz. Von der Bank direkt unter dem Kreuz genießen wir den Ausblick in den Schwarzwald und die Baar. Direkt unter uns liegt Gosheim und wir können wunderbar unseren Zustieg auf den Lemberg nachvollziehen. Ein Surrton in den Ohren kündigt den höchstgelegenen Segelflugplatz Deutschlands, das Klippeneck, an. Wir bleiben nun auf der gewonnenen Höhe und wandern auf Wiesen und Waldwegen, immer wieder mit Ausblick in Richtung Flugplatz.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2016.

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