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Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Ausblick verschafft Freiraum im Kopf

Ich werde häufig gefragt, ob wir lieber ans Meer oder in die Berge reisen. Die Antwort kommt schnell und einvernehmlich: in die Berge! Berge steht an dieser Stelle einfach für Erhebungen. Es müssen für uns nicht immer die hohen X-Tausender sein, die wir erobern wollen. Wir sind in der glücklichen Situation, dass zwei wunderschöne Mittelgebirge, die Schwäbische Alb und der Schwarzwald, mit zahlreichen Erhebungen fast vor unserer Haustür liegen. Ohne großen Aufwand können wir losfahren und sind nach maximal zwei Stunden Fahrt umgeben von Bergen. Dieser Satz »in die Berge verreisen« ist für uns einfach Synonym für eine Landschaft, in der man bei kleinen und größeren Wanderungen auch einige Höhenmeter erklimmen kann. Insbesondere wenn wir auf einer Mehrtagestour mit großem Gepäck unterwegs sind, fließt schon bei einigen hundert Höhenmetern der Schweiß. Der kleine Schweinehund sitzt dann durchaus frech auf der Schulter und feixt über die selbst eingebrockte Anstrengung.

 

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Abb.: Thomas Rathay

 

Aber genau diese gelegentliche Mühe macht den Wanderreiz für uns aus. Wir erarbeiten uns durch solche Aufstiege wundervolle Aussichten. Dieser Blick hinunter in ein Tal, auf einen See oder eine Ortschaft, in der plötzlich selbst der große Kirchturm einer Miniaturlandschaft gleicht, verhilft uns zu einem erholsamen Perspektivenwechsel. Der gewonnene landschaftliche Überblick überträgt sich dann ganz häufig auch auf die Alltagsgedanken. Die zumindest irgendwo im Rucksack immer ein Plätzchen finden. Wie singt Liedermacher Reinhard Mey doch: »Würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein!«

Wenn ich beim Blick in die weite Landschaft tief durchatme und denke, richtig, das Thema, das dich so intensiv beschäftigt, ist gar nicht so bedeutend, fühlt sich das ganz wunderbar leicht an. Häufig kann ich nach diesem Durchatmen dann noch entspannter wandern. Ohne kreisende Gedanken: Ich kann mich einfach nur im Hier und Jetzt über die Entdeckungen am Wegesrand erfreuen. Diese schöne Wandererfahrung ist mir kürzlich auch bei unseren drei Wanderungen im Ferienland Donau-Ries wieder begegnet. Hier war es z.B. der Ausblick von einem Kraterrand und die Panoramaaussicht vom Bockberg mit gerade mal 562 Metern, die mir auch innerliche Übersicht brachte. Spannend finde ich, dass eine gute Freundin von mir ähnliche Emotionen durchlebt, wenn sie an Gewässern entlangwandert. Probieren Sie’s doch einfach mal aus, ob Sie ein »Wasser- oder Berg-Typ« sind.

Viel Freude dabei und bequeme Wanderstiefel wünscht Ihnen

 

Ihre Silke Rommel | Autorin trekking-Magazin