Magazin

Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Die Natur inspiriert zum Wandern

Acht Stunden habe ich mich durch schwarzen Lavasand gekämpft. Aufgeheizt von einer unerbittlich brennenden Sonne. Kaum ein Strauch hält es hier aus. La Palma kann ein unwirtlicher Ort sein. Und doch hat diese betörend schöne Mondlandschaft der Routa de los Volcanos mich ganz in ihren Bann gezogen. La Palma ist ein faszinierendes Reiseziel.

003-Vorwort-3-19

Abb.: joujou/pixelio.de

Am Tag darauf stehe ich am Rand der Caldera de Taburiente. Vor mir breitet sich einer der größten Senkkrater der Welt aus. Mit üppigem Grün und Lava-Giganten aus einer Zeit, die ich kaum denken kann. Wie Schildkröten mit dicken Panzern ducken sich die Lava-Brocken zwischen Kanaren-Kiefern und Ohrenkakteen. Und es ist wie ein Schubser aus eben jener Urzeit, der mich die Strapazen vom Vortag vergessen lässt und ich frage mich:Warum nur macht mich dasWandern so glücklich? Die Antwort erscheint einfach: Weil es alles hat, wonach sich gestresste Großstädter sehnen. Ruhe und Bewegung, saubere Luft, murmelnde Bachläufe und tosende Gischt an den Küsten sind stete Begleiter. Vor allem aber diese Gewissheit, dass die Natur sich nicht zähmen lässt und größer ist als alles, was wir sonst kennen. Ganz gleich ob auf den Höhen des Watzmanns, in den Gletscher-Tälern der portugiesischen Serra da Estrela, in der Einsamkeit der kanadischen Wälder, an den windumtosten Klippen der bretonischen Küste oder hier in den wilden Schluchten der Caldera auf La Palma.

Eines weiß ich: Die Natur gibt mir alles, was ich wirklich brauche. Wissenschaftler haben die Antwort etwas komplizierter gemacht. Längst haben sie in Studien belegt, dass Wanderer die glücklicheren Menschen sind. Dass unser Gehirn besser arbeitet, wir länger fit bleiben, wenn wir uns auf den Weg machen. Nach einer Prognose der WHO sollen Depressionen schon 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Und das Wandern, so sagen die Experten, ist eine hervorragende Medizin dagegen.

Aber auch ganz gesundeMenschenmachtWandern glücklich. Das spüre ich, wenn ich die Stiefel schnüre. Mein Ziel lag diesmal im sonnig warmen Süden, mitten im Atlantik. Genauso gut aber könnte es auch vor der Haustür liegen. Wanderziele gibt es unzählige. Von einigen können Sie auch in dieser Ausgabe lesen. Gute Reise!

 

Ihr Flora Jädicke | Autorin trekking-Magazin