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Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Auf Gedankenreise

Keine andere Art des Reisens vermittelt tiefere Eindrücke als eine Trekkingtour. Egal ob in der Ferne oder in vertrauten Landschaften der Heimat. Um ein Beispiel zu nennen: Wer das Traumziel Nordkap nach rund 3.500 Kilometern im Auto endlich erreicht, der teilt sich das Plateau mit einer Flut aus Bus- und Kreuzfahrttouristen, muss den Lärm eines chaotischen Stimmengewirrs ertragen und sieht letztendlich nichts als eine eiserne Erdkugel. Wenn das Wetter mitspielt, schaut vielleicht die Mitternachtssonne übers Meer. Das war’s!

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Abb. (2): Michael Bauer

Der wahre Trekker wandert zum Knivskjelodden, dem wirklich nördlichsten Punkt, stellt sein Zelt auf und genießt einen phantastischen Blick auf den berühmten grauen Felsen. Kein babylonisches Gesprächs-Stakkato stört. Lediglich die »oberen Windstärken« und die Brandung des Eismeers umsäuseln das Gehör.

Ein weiteres Erlebnis aus meinen vielen Trekkingtagen werde ich niemals vergessen: Ich wanderte über die »South Rim« des Grand Canyon. Schon wenige Meter hinter dem Besucherzentrum war ich allein. Gegen Mittag fand ich einen Rastplatz auf einer Felsnase. Ich schaute, staunte und blieb. Der Abend brach an. Glutrot erstrahlte das Gestein. Es wurde Nacht. Ich blieb. Ein unbeschreibliches Konzert geheimnisvoller Stimmen drang aus der stockfinsteren Schlucht herauf. Das sind Glücksmomente ohne Ende. Ich schlief ein unterm Sternenzelt und erwachte bei den ersten Sonnenstrahlen. In den Augenblick eintauchen und die Natur in vollen Zügen genießen, das macht Sinn. Das schafft den Freiraum, über »Gott und die Welt« nachzudenken und die Gedanken dahinschweben zu lassen, wofür im Alltag keine Zeit mehr ist. Die Sorgen um die eigene Zukunft lassen uns vergessen, im Jetzt zu leben. Ein fataler Fehler! Was hat eigentlich Zukunft? Unseren wunderbaren, blauen Planeten zu achten und zu erhalten. Das hat Zukunft, und sonst nichts!


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Ihr Michael Bauer | Autor trekking-Magazin