Uralte Kulturlandschaft

Die Schwäbische Alb verspricht ausgezeichnete Wege und landschaftliche Vielfalt.

Die Schwäbische Alb hat mit ihrer urigen Schönheit schon den Dichter Eduard Mörike beeindruckt und zu ausgedehnten Wanderungen und Entdeckungstouren inspiriert. Wer heute in dem Mittelgebirge wandert, der findet hervorragende Wanderwege, teilweise ausgezeichnet als Premium- oder Qualitätswege, und eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt, die von Wacholderheide über tiefe Laubwälder bis hin zu schroffen Felswänden reicht.

 

 

Touren auf der Schwäbischen Alb zeichnen sich meist durch eines aus: den Genussfaktor – und zwar für alle Sinne. Die Schönheit der Landschaft lädt dazu ein, die Wege ohne sportlichen Ehrgeiz, ohne Zeitdruck und Hektik zu begehen. Häufig hört man nur das Knirschen der Wanderschuhe auf dem Untergrund, den eigenen Atem und den Wind, der die Bäume rauschen lässt. In diese uralte Klangkulisse mischt sich vor allem auf den Wacholderheiden das leise Klingeln der Schafsglocken, das Gurgeln eines Bächleins oder Wasserfalls und aus der Ferne das Läuten der Kirchenglocken. Die Schwäbische Alb ist prädestiniert für Genusstouren.

Besonders reizvoll ist sie im Herbst, wenn sich die Laubwälder – vorwiegend Buchen- und Eichenwälder – rot, gelb und golden einfärben und im Sommer, wenn Heide und Wiesen blühen. Hochromantisch sind die Ausblicke auf bewaldete Hänge, die von senkrechten Kalkfelsen unterbrochen und von Wacholderheiden aufgelockert werden. Allerorts weiden Schafe auf den Kalkmagerrasen, deretwegen die Schwäbische Alb 2009 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde.

Auch Eduard Mörike war dem besonderen Reiz des schwäbischen Mittelgebirges verfallen. Über die Felsenriegel, Kalkzinnen und -türmchen der Alb schrieb der Dichter: »Zwischen den Felsen sitzt man ohne alle Gefahr […] wie in einem Lehnstuhl mit Moose gepolstert, und hängt die Füße gleichsam über die herrliche Galerie hinaus, daß einen die Lüfte des Himmels mit seligem Schauder berühren.«

Auf den schroffen, felsigen Höhen sitzt man heute unter schlichten Holz- oder mächtigen Metallkreuzen. Unzählige massige Burgen scheinen viel zu groß geraten für die kleinen »Gipfele« und Felsfinger, die mit ihrer porösen Struktur an Korallenriffe erinnern. Und tatsächlich sind die prägnanten Kalkmassive Überreste eines tropischen Urzeit-Meers. Aus der Zeit vor 200 bis 140 Millionen Jahren, als die Alb noch Meeresgrund war, stammen spektakuläre Fossilienfunde, die unter anderem in Holzmaden im Museum zu besichtigen sind. Vulkanausbrüche und ein Meteoriteneinschlag während des Tertiärs und Jahrtausende der Erosion durch Regen- und Grundwasser haben das Gebirge zur höhlenreichsten Region Deutschlands gemacht. Der Schwäbische Jura, wie es von Geologen genannt wird, ist seit 2002 nationaler Geopark.

 


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2021 des Wandern&Reisen Magazins

Jetzt im Online-Shop bestellen »

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.