Dolomiten-Höhenweg 1

Auf zum Fernwandern in den Süden!

Hüttentrekking hat in den Dolomiten eine lange Tradition und ein riesiges Angebot. Einer der schönsten Wege führt auf einer Strecke von 150 Kilometern vom Pragser Wildsee nach Belluno: der Dolomiten-Höhenweg 1, bekannt auch als der »klassische Weg«. Auf jeden Fall ein Fest für alle Sinne, wovon sich Andrea Strauß überzeugen konnte.

 

Text: Andrea Strauss/Bilder: Andreas Strauss

Winzig wie ein Stern am Himmel glimmt ein roter Punkt auf. Einen Moment später steigt mir der würzige Geruch von frischem Kaffee in die Nase, dann ein Hauch von Zigarettenrauch. Vor dem Hotel Pragser Wildsee beginnt der Koch seinen Tag mit einem einsamen Tässchen Espresso und einer Kippe. Seine Hausgäste werden mindestens noch eine Stunde schlafen, bis die Sonne aufgeht, und die Tagesausflügler kommen erst ab dem Vormittag.

Jetzt in der Stunde zwischen Nacht und Tag liegt der große Bau aus der Gründerzeit vor uns wie aus der Zeit gefallen. Damen im cremefarbenen Reifrock und Herren mit Zylinder, Monokel und Gehstock wären eine stimmige Staffage für dieses gut 120 Jahre alte Haus. Die Straße aus dem Pustertal herauf endet hier am Hotel. Gleich jenseits liegt der malerische Pragser Wildsee und dahinter ragen die Berge auf. Wir sind am Ende der Welt und zugleich am Beginn einer neuen Welt. Der Dolomiten-Höhenweg 1 beginnt hier. In acht bis zwölf Tagen durchquert er die schönsten Gebirgsstöcke der Dolomiten.

Wir sind voller Vorfreude, der Kreislauf ist auf Hochtouren, auch ohne Espresso. Still und geheimnisvoll liegt die Seefläche vor uns. Bis wir auf dem Spazierweg am Südufer des PragserWildsees angekommen sind, klappert der Koch sicher schon längstmit den Töpfen.Wir dagegen sind in die Stille der Bergwelt eingetaucht. Erst nach gut zwei Stunden werden wir an der Seekofelhütte die nächsten Menschen hören. Dazwischen nur vereinzelt das schnarrende Rufen der Tannenhäher, die in den knorrigen Zirben ihr eigenes Paradies haben, meist aber Stille.

 


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