Almrausch in Tirol

Wandern in der Ferienregion Imst

In der Ferienregion Imst im österreichischen Bundesland Tirol findet der Wanderer ein ausgeprägtes Wegenetz vor, das abwechslungsreiche Touren verspricht. Björn Nehrhoff von Holderberg hat die Wanderschuhe geschnürt und drei besonders schöne Routen erkundet.

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Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Schaut man auf eine Karte der Region Imst, dann treffen sich hier einige Verkehrsadern mitten in der Talsohle der gleichnamigen Stadt. Nicht wenige Autofahrer haben deswegen die Region schnell hinter sich gelassen und sind weiter gefahren in Richtung einsamerer Alpengebiete. Damit haben sie vielleicht einen Fehler gemacht, denn hier in der Region Imst findet der Wanderer ein 60 km langes Wanderwegenetz. Die Pfade führen auf Gipfel verschiedenster Schwierigkeitsstufen, durch tiefe, harzig riechende Wälder, vorbei an klaren Seen, spektakulären Wasserfällen und enden nicht selten an traditionell bewirtschafteten Almhütten, wo man perfekt einkehren oder übernachten kann. Neben den klassischen Bergwanderzielen gibt es besonders für Familien interessante, weitergehende touristische Angebote wie die längste Alpen-Achterbahn der Welt und einen Abenteuerpark, der für reichlich Abwechslung sorgt. Auch geschichtlich hat der auf 828 Metern Seehöhe liegende Ort einiges zu bieten. Schon in der Bronzezeit wurde das Tal besiedelt. Die Römer bauten hier später gar eine richtige Fernstraße über den Fernpass zwecks Unterhaltung und Versorgung ihrer Gebiete nördlich der Alpen: Die Via Claudia Augusta. Hübsche Kirchen, prachtvolle Bürgerhäuser, unzählige Trinkwasserbrunnen und Einkaufsmöglichkeiten runden das Bild eines perfekten Basislagers ab. Genug Gründe also, das Auto in Imst zu parken und sich alles einmal näher anzusehen.

ROSENGARTENSCHLUCHT:

Wandern durch eine der schönsten Schluchten Österreichs (Gehzeit ca. 3 h, 250 hm)

Gleich mitten im Stadtkern kann der ungeduldige Wanderer eine erste Tour beginnen. Der Einstieg zur Rosengartenschlucht liegt direkt neben der hübschen Johanneskirche, einem neoromanischen Bau, der nach einer Zerstörung durch einen Brand und einen Bergsturz an Stelle einer ehemaligen Spitalskirche 1831 neu errichtet wurde. Ein großes Schild, das sich in einem weiten Bogen über ein von Mauern umfasstes Bachkorsett wölbt, weist den Weg. Die Bändigung des Wassers durch Bauwerke findet man allerdings nur hier im unmittelbaren Stadtbereich.

Ein paar hundert Meter weiter kommt der Wanderer dann über eine Brücke mitten hinein in die Schlucht und staunt sogleich über natürliche Wasserdynamik pur. Geschaffen wurde dieser 1,5 Kilometer lange, überdimensionale Felsspalt im Berg durch das beständige Nagen des Schinderbachs am hier vorherrschenden Kalkgestein. Sein kühles Nass springt über kleine Stufen oder spritzt durch Stromschnellen und sorgt für eine berauschende, akustische Untermalung, ebenso wie für eine mit Feuchtigkeit geschwängerte Luft.

Strahlende Blütenpracht

Hier im schattigen Tal, das merkt man sofort, ist die Luft kühler als in der sonstigen Umgebung. Dieses Mikroklima fördert das Wachstum von Farnen und angepasster Moos-Algen-Gesellschaften. Wer genau hinschaut, findet die Zwergglockenblume oder das Kalkfelsenfingerkraut versteckt in engen Ritzen und Spalten wachsend. Außerdem kommt es durch das kühle Klima in der Schlucht zum Aufeinandertreffen von Pflanzen unterschiedlichster Höhenstufen.

Auch die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) findet man sonst nur in Ausnahmefällen in so niedrigen Höhenlagen. Wenn die zu den Rhododendron gehörende Pflanzenart zu blühen beginnt, erstrahlt die Schlucht an vielen Stellen in einer wahren Blütenpracht. Kein Wunder, dass der spektakuläre Felsspalt den Namen Rosengarten bekommen hat. Als Spitzname führt die Alpenrose auch den Namen Almrausch, was wohl auf die berauschenden Farben zur Blütezeit zurückzuführen ist und nicht auf Rausch auslösende Inhaltsstoffe. Giftig ist die Pflanze trotzdem für Mensch und Tier.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2016.

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