Kaufberatung Wanderschuhe für Einsteiger

Eine Wanderung steht und fällt mit dem richtigen Schuhwerk. Deshalb gilt dem Schuhkauf die allergrößte Aufmerksamkeit. Welcher Typ für welche Tour? Leder, Synthetik, Membran, welche Sohle, hoch oder halbhoch, welche Größe, Wasserdichtigkeit, Imprägnierung, die richtigen Socken … Fragen über Fragen. Worauf es ankommt, sagt unser Wanderexperte Uli Auffermann.

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Wandern ist zum Synonym für intensives Naturerlebnis, für Gesundheit und Wohlbefinden geworden. Abertausende zieht es hinaus in die Wälder, an die Flüsse und Seen, hinauf in die Berge. Die Menschen haben Sehnsucht nach Entschleunigung, nach Besinnung, nach einer unaufwendigen Betätigung draußen im Grünen. Es braucht auch nicht viel, um einfach loszuziehen, auf das Wesentliche reduziert. Und das Wesentlichste des Wesentlichen sind die Schuhe. Sie sind das absolute Herzstück jeder Wanderung, jedes Trekkings. Wer sich heute das Zu-Fuß-Unterwegssein durch schlechtes Schuhwerk verleidet, hat selbst Schuld, denn kaum ein Ausrüstungsgegenstand für den Wanderspaß ist heute so ausgereift wie die entsprechenden Schuhe. Eine Vielzahl von Modellen in hervorragender Verarbeitung steht derzeit für jeden Einsatzbereich zur Verfügung. Einerlei, ob wir uns Wanderer, Hiker, Trekker oder Gipfelstürmer nennen.

Wer die Wahl hat…

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Im Fachgeschäft wird man umfassend beraten. Die richtige Größe der Schuhe wird anhand einer Messung festgestellt

Aber darin besteht auch schon das erste Problem. Gerade als Einsteiger hier Übersicht zu gewinnen, kann zur tagefüllenden Beschäftigung ausarten. Das Internet bietet massenhaft Tests und Meinungen, so dass es manchmal schwer fällt, Durchblick zu erlangen. Selbstverständlich ist es immer gut, sich in alle Richtungen zu informieren, aber hüten Sie sich vor zu vielen Details, vor zu viel Materialkunde, vor zu viel ausuferndem Spezialwissen. Deshalb vorweg: Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich im gut geführten Fachhandel beraten! In der Regel treffen Sie dort auf Leute, die begeisterte Outdoor-Enthusiasten sind und wissen, wovon sie reden. Sie helfen Ihnen dabei, eine wichtige Entscheidung herauszuarbeiten, nämlich die in Frage kommenden Modelle daraufhin einzugrenzen, bei welcher Art Unternehmung der Schuh am häufigsten zum Einsatz kommen wird. Denn eines ist klar: Auch wenn es heute Schuhe gibt, die ein größeres Spektrum an Einsatzbereichen abdecken – Sie werden natürlich keinen finden, der (überspitzt gesagt) gleichermaßen in optimaler Weise tauglich ist für den Gang in feuchtheißem Regenwald wie hinauf in die »Todeszonen« der Achttausender!

Wofür brauche ich den Schuh?

Also stellen Sie sich selbst die wichtigste Frage: »Was habe ich jetzt konkret vor und wie werden die meisten Wanderungen bzw. Unternehmungen in der nahen Zukunft aussehen?« Daraufhin lässt sich die Auswahl der Modelle unter Berücksichtigung verschiedener Materialien schon eingrenzen.

Ein paar Fachbegriffe

Torsionssteifigkeit (Verwindungssteifigkeit)
Damit ist die Steifigkeit des Sohlenaufbaus gemeint, also wie schwer sich ein Schuh um seine Längsachse verdrehen lässt! Je nach Steifigkeit führt und unterstützt er den Fuß. Je anspruchsvoller das Gelände und je mehr Gewicht mitgeführt wird, desto größer sollte die Torsionssteifigkeit sein. Ganz wichtig zum Beispiel beim Queren von Hängen auf Gras oder Schnee! Höchste Verwindungssteifigkeit ist im hochalpinen Gelände (Einsatz von Steigeisen) unerlässlich.
Dämpfung
Sozusagen die eingebaute Federung im Sohlenaufbau. Die Faustregel: bei einfachem Gelände, vor allem aber auf befestigten Wegen ist eine höhere Dämpfung sehr angenehm. Bei anspruchsvollen Trekkings und im alpinen Gelände ist mehr Festigkeit gefragt, die Trittsicherheit und Halt bietet. Abrollhilfen unter dem Ballen und geschickt verteilte festere Dämpfungselemente ermöglichen trotzdem komfortables Gehen.
Abrollwiderstand
Auf leichten Wanderungen mit befestigten Wegen sollte er gering sein. Auf Trekkings und im Gebirge ist ein größerer Widerstand vonnöten, der Entlastung und Sicherheit bringt.
Profil der Sohle
Hier gilt die Faustregel: je anspruchsvoller, desto gröber und tiefer das Profil. Mag ein geringes Profil zum Wandern auf befestigten Wegen ausreichend und angenehm sein, kann es im schweren, vor allem alpinen Gelände zur Katastrophe führen, gerade wenn Schnee als Untergrund hinzukommt. Berühmt und unerreicht: die Vibram-Sohle!
Schaft und oberer Aufbau
Für einfache Wanderungen auf Asphalt und befestigten Wegen sind halbhohe Schuhe oder hohe Schuhe mit Schaft aus weichen Materialien (Kunstfaser, Weichleder) sehr komfortabel. Je schwieriger das Gelände und mit schwerem Rucksack muss das Material mehr Halt und Führung bieten! Vor allem die Knöchel sollten fest umschlossen und gut geschützt sein und viel Halt bekommen. Robustes Leder und wenig Nähte sind hier gefordert!

Wir alle sind von der Werbung, von Tests und den gut gemeinten Tipps anderer, aber auch vom eigenen Geschmack in Bezug auf die Optik geleitet. Dennoch ist es ratsam, mit so wenig wie möglich derartiger Einschränkungen bezüglich der Auswahl zum Einkauf zu gehen. Entscheiden Sie sich schlussendlich immer von den in Frage kommenden Modellen für den am besten sitzenden Schuh, egal ob er in Ihrem persönlichen Ranking unter modischen Gesichtspunkten eher zu den Schlusslichtern gehört. Verabschieden Sie sich von der Entscheidungsblockade, dass Ihr Schuh für wirklich alle Touren optimal geeignet sein soll, die Sie vielleicht in Ihrem Leben einmal machen werden. Wenn Sie zum begeisterten »Fußgänger« werden und im Laufe der Zeit Ihr Repertoire vom ausgedehnten Spaziergang bis zu anspruchsvollen Gebirgsdurchquerungen und Himalaya-Trekkings reicht, werden sich nach und nach ganz automatisch verschiedene Modelle in Ihrem Schuhschrank ansammeln. Jedes für die jeweilige Herausforderung optimiert.

Zunächst aber gilt es einen Schuh zu finden, der auf den zur Zeit geplanten Wanderungen einen sicheren Halt gibt und längeres, ermüdungsfreies Gehen und Steigen ermöglicht. Im Übrigen muss man den Herstellern ein großes Kompliment machen: Deren Schuhe sind kleine technische Wunder, in denen richtig viel Know-how gebündelt ist. Und neben Modellen für ganz spezielle, extreme Situationen produzieren sie heute Outdoor-Schuhe, die ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten umfassen und damit einen relativ hohen »Allroundfaktor« aufweisen.

Text/Bilder: Uli Auffermann

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2013.

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